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Und manchmal ist ein Lied die Welt..
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Wenn du das Gefühl hast, dass du nurnoch fällst und niemand Dich fangen kann.

Ich wusste, dass es bergab gehen würde, dazu war es offensichtlich genug, aber ich wollte niemals, dass es so weit kommt.

Mein Rhythmus ist weg und gleichzeitig ist alles so leer. Der Tag, der früher so schnell vorbeigegangen ist, der dauert ins Unendliche.

Hier und da standen früher Termine, jetzt blicke ich auf leere Zeilen im Kalender.  Die Zeit erdrückt mich mit ihrer ewigen Dauer. So, als würde die Zeit stehenbleiben, so fühlt es sich an.

Alles erscheint eigentlich sinnlos, die Menschen verabschieden sich voneinander und irgendwie verliert man dadurch sehr viele. Manche sehnen sich nach diesem Tag, an dem man stolzen Blickes das Schulgebäude verlässt und die Freiheit einem entgegen strahlt, aber für mich war es wie ein Schlag ins Gesicht. Ich wusste, dass dieser Tag kommt, aber nicht, dass er so schnell da sein wird.

Ich bin frei, doch diese Freiheit macht mir Angst. Wer würde aufpassen, dass ich mich nicht komplett zerstöre? Was treibt mich jetzt dazu an nicht aufzugeben? Was ist überhaupt noch der Sinn? Aber die schlimmste und schwerste Frage: Wie soll ich es schaffen zu leben?

Ich fühle mich allein. Natürlich trennen sich an diesem Tag viele Wege, aber man will ja in Kontakt bleiben. Die einen gehen nach Kanada, Australien, Amsterdam, die anderen wollen direkt studieren. Am Schlimmsten ist es, wenn sie neben Dir stehen und Dich zutexten, wie schön so viel freie Zeit doch ist, was man jetzt tun könnte. "Achja, was machst du jetzt eigentlich?". Und ich stammel nur, dass ich doch wieder weg muss.. ich muss erklären, dass ich nicht Praktikant in der Klinik bin, sondern Patient.

Aber selbst die Menschen, von denen du immer denkst, dass sie bei Dir bleiben, die verlierst du ganz langsam immer mehr, weil du Dich in Deine Welt zurückziehst. Du spürst es ja, aber bist gelähmt und kannst es nicht ändern. Sie werden immer weniger..

So richtig merken tue ich es ja irgendwie auch gar nicht. An den Abenden tut diese Einsamkeit weh, weil ich weiß, dass gerade alle irgendwo zusammen sitzen und lachen und reden und ich nicht eingeladen bin. Vielleicht sind sie einfach damit überfordert, dass ich krank bin? Aber es wird nicht besser, wenn sie mich nicht mehr wahrnehmen, als wäre ich unsichtbar.

Ich wollte immer unsichtbar sein, aber doch nicht für meine Freunde? 

Aber ich bin so anders geworden, zumindest glaube ich das. Ich war schon lange so extrem, versunken und verzweifelt, aber nie so sehr, dass ich mich mit offenen Armen in den Abgrund stürzen würde. Und doch ist es passiert.

Es ist erleichternd, wenn ich in der Nachmittagssonne durch die Felder laufe, mit Musik und einem Lächeln, als sei der schönste Tag der Welt. Oder wenn ich nachts durch durch die beleuchteten Straßen tanze und die Arme ausbreite, als könnte ich mit der Melodie davonfliegen.

Aber umso schlimmer ist es, wenn deine Angst vor den Schatten, die überall aufflimmern, Dich dazu antreibt panisch fliehen zu wollen. Wovor? Vor dem Leben, der Angst, der Leere.

In meinem Kopf schreit es nur so, dass ich krank bin und ich weiß es, aber kann nichts dagegen tun. Ich bin gefangen in der Illusion, dass ich mich unter Kontrolle habe und alles wieder gut wird, aber immerhin ist mir bewusst, dass es nur ein Produkt von Drogen ist, damit ich Hoffnung schöpfe und kämpfen will, aber wenn die Wirkung erstmal nachlässt, dann erschlägt mich die Leere und die Angst.

Und dennoch sind sie momentan meine einzige Rettung, denn sie lassen mich eine eigene Welt kreieren, wie ich sie will. Eine, mit der ich vielleicht eher zurechtkomme als mit der Realität.

Ich würde so gern aus tiefstem Herzen sagen können, dass ich gesund werden und kämpfen will, aber ich kann es nicht.

Manchmal stellt sich mir die Frage wofür ich überhaupt noch kämpfen will. Woran will ich mich festhalten? 

Ich finde momentan keinen Ast und fühle nur, dass ich falle. Und ich bin allein und einsam, mich wird niemanden fangen.

Es tut mir Leid..

7.4.12 00:38
 


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